Amsterdam ist eine tolle Stadt, doch irgendwann möchte man auch mal etwas anderes sehen. Die Niederlande sind vergleichsweise ein sehr kleines Land.

Es hat aber viel zu bieten. Du willst Entspannung pur? Raus aus der Stadt? Fahr nach Texel!

„An der Nordseeküste …
Die Seehunde singen ein Klagelied
weil sie nicht mit dem Schwanz wedeln können
so’n Schiet.
Die Schafe
sie blöken wie blöd‘ auf dem Deich
und mit schwarzgrünen Kugeln garnier’n sie ihn gleich.“

– Klaus & Klaus

Die Insel Texel liegt an der Nordsee und ist die größte und westlichste der Westfriesischen Inseln.

Gestern habe ich mich mit 2 Freundinnen ins Auto gesetzt um ein bisschen aus Amsterdam raus zu kommen.

Schafe gibts dort viele, mehr als man zählen kann. Seehunde habe ich so weit keine gesehen. Allerdings findest du die in Ecomare.

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Nach ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit zur nördlichsten Stadt Den Helder sind wir in die Fähre gestiegen um nach Texel zu fahren. Ein Ticket für Hin- und Retour kostet € 2,50! Innerhalb von 20 Minuten erreichst du die Insel.

Dabei kann man mit dem Auto im Schiff rüber fahren oder man steigt auf der anderen Seite angekommen in einen Bus (30 Minuten Wartezeit, ab € 3), in ein Taxi (weit und breit war aber keines zu sehen) oder man mietet sich ein Fahrrad (ab € 7,50/Tag) oder Tandem (ab € 20/Tag). Kinderfahrräder gibts schon ab € 3,50.

Wenn man möchte kann man auch ein Kombi-Ticket für Fähre und Bus kaufen (ab € 5,50). Bitte bedenke, dass deine OV-Chipkarte nicht auf Texel gültig ist!

 

Wir hatten überlegt die Insel zu Fuß abzulaufen. Dabei hatten wir allerdings die Größe unterschätzt.

Da wir ja schon praktisch Niederländer sind, entschieden wir uns natürlich fürs Fahrrad.

Uns wurde empfohlen zuerst nach Den Burg zu fahren, anschließend nach De Koog und dann am Strand endlang retour zu ‚t Horntje. Hier befindet sich der Hafen.

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Dank meines Navigationssystems hatten wir uns zuerst verfahren und kamen erst mit etwas Verspätung auf Texel an. Die Sonne war bereits am untergehen.

Merke: Wenn man Texel eingibt, darf man sich nicht wundern, wenn man nicht bei der Insel landet, sondern in einer Wohnsiedlung mit einer Straße namens Texel, ca. 45 Minuten weiter südlich!

Wir radelten also vom Hafen nach Den Burg. Die Fahrt dauerte rund 20 Minuten. Mit 14.000 Einwohner ist es die größte Stadt der Insel. Ja sogar ein Freibad und ein Kino gibt es dort.

Was uns zuerst auffiel war das Durchschnittsalter der Einwohner.

Amsterdam ist dafür bekannt eine der Städte mit der jüngsten Einwohnerzahl zu sein. So trifft man hier kaum Menschen, die älter als 50 oder 60 Jahre sind. Falls doch gleicht es eher einer Sensation als einem alltäglichen Zustand.

Auf Texel ist dies genau umgekehrt. Hier waren wir überrascht jemanden zu entdecken, der jünger war als das durchschnittliche Pensionsalter.

Oder man könnte fast sagen die Einwohner waren überrascht so junge Mädels wie uns zu sehen.  Da freut man sich doch gleich, wenn man von jungen, vorbeifahrenden LKW-Fahrern angehupt & angegafft wird. Willkommen am Land!

 

Generell waren die Straßen sehr leer. Wahrscheinlich auch weil es ein Sonntag war. Die Geschäfte waren geschlossen.

Nach einem Weinchen und einer Portion Bitterballen machten wir uns gleich weiter auf den Weg Richtung Strand.

 

von Den Burg nach Den Hoorn
von Den Burg nach Den Hoorn

Die Sonne stand bereits ziemlich tief. Daher haben wir auf De Koog verzichtet und machten uns auf den Weg nach Den Hoorn.

De Koog gilt als DER Badeort und wurde uns als sehr touristisch angepriesen. Das hat uns daher schon etwas abgeschreckt.

In Den Hoorn angekommen waren wir gleich etwas verliebt.

Das Städtchen hat uns auch viel besser als Den Burg gefallen!

 

Dieses süße kleine Dorf hat uns verzaubert. Wir radelten durch die Straßen um näher zum Strand zu kommen.

Es befand sich kein Mensch auf der Straße. Dafür fand man verschiedene Stände mit Kartoffeln und anderem Gemüse am Straßenrand – zur freien Entnahme.

Man sollte lediglich ein paar Euro zurücklassen. Genauso wurde der Buchverkauf gehandhabt. Das würde es in der Stadt natürlich niemals geben!

 

Den Hoorn
Den Hoorn – üblich: Namensschilder an den Häusern
Den Hoorn
Den Hoorn – Inn de Knip – Restaurant
Den Hoorn
Den Hoorn
Den Hoorn
Den Hoorn – noch mehr Schafe
Bücherverkauf in Den Hoorn
Buchverkauf in Den Hoorn

Da es schon dunkel wurde mussten wir leider im Rekordtempo zurück zur Fähre radeln. Die Landschaft und der Sonnenuntergang waren dabei wunderschön! Ein prächtiges Farbenspiel.

 

von Den Hoorn nach 't Horntje
von Den Hoorn nach ‚t Horntje

Fazit: Der Ort ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Man sollte sich aber darauf vorbereiten, dass man dort nicht besonders unterhalten wird, außer man entscheidet sich für einen Fallschirmsprung auf dem Flughafen Texel.

Eher ist es eine Insel zum relaxen, den Tag zu genießen und zur Ruhe zu kommen. Der ideale Platz für die Pension oder einen Familienausflug mit Kindern.

Möchtest du das Wahrzeichen, den Leuchtturm sehen, musst du ganz hoch hinauf in den Norden fahren. Solltest du also nur einen Tagesausflug planen, ist es am besten das Auto zu nehmen oder den Bus. Mit dem Fahrrad ist eine Rundfahrt kaum schaffbar. Es gibt aber auch viele kleine Hotels in den Städten.

Bedenke bei der Rückfahrt, dass die Fähre nur ein Mal pro Stunde fährt. Die letzte verlässt den Hafen um 21.00!

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